Bachelor hin, Master im Sinn
Posted by Professor Recherche
Es gibt mal wieder ordentlich Negatives zu berichten aus der deutschen Bildungslandschaft. Tatort ist diesmal Köln, aber die Geschichte könnte – und wird – sich so zuletzt auch in anderen Uni-Hochburgen des Landes zugetragen haben. Doch was ist geschehen? Man nehme einen ambitionierten BWL-Studenten, der sich in der Domstadt zügig und erfolgreich durch seinen Bachelor-Studiengang kämpft. Endnote 2,0! Chapeau, das schafft nicht jeder. Genau genommen schnitten lediglich 20 Prozent seiner Kommilitonen gleich gut oder besser ab. Zu Recht wähnte sich besagter Student nach dem Abschluss auf der Siegerstraße und entschloss sich, den Stress der letzten Monate im wohlverdienten Inselurlaub hinter sich zu lassen, um frisch gestärkt den nächsten Karrieresprung, das Master-Studium, anzugehen. – Natürlich in Köln, natürlich ohne Wartezeit und natürlich ohne irgendwelche Komplikationen.
Dann kam alles ganz anders. Noch im Urlaub ereilte ihn die Nachricht, dass für ihn in Köln kein Platz mehr sei. Die universitären Gremien fixierten die Grenze für die Zulassung bei einem Notendurchschnitt von 1,9, wodurch sich unser Student mit einem Schlag auf der Seite der Verlierer wiederfand. Im Grunde also auf der Seite all derer, die ihr Bachelor-Studium mit weit weniger Aufwand und guten Noten absolviert haben. Nun muss sich unser Student schnellstmöglich einen neuen Studienplatz in einer anderen Stadt suchen, hat Stress, jede Menge Unsicherheit und möglicherweise finanzielle Sorgen.
Liebe Bildungs-Schwadroneure in den Parlamenten auf Länder- und Bundesebene, soll das gerecht sein? Können sich in Deutschland auf einmal noch nicht einmal mehr gute Studenten auf das Wesentliche konzentrieren, ohne von Euren undurchdachten Reformplanungen finanziell und/oder logistisch heimgesucht zu werden? Lösungen müssen her, gerecht und schnell. Andernfalls könnte es sein, dass demnächst nur noch ein Notendurchschnitt von knapp über 1,0 ausreicht, um sicher mit dabei zu sein. Warum, fragt Ihr? Hier ist die Antwort: Ab 2011 greift in den ersten Bundesländern das G8-Abitur, sodass mit einem Schlag gleich zwei Jahrgänge an die Unis drängen. Die Zahl der Master-Bewerber wird somit deutlich in die Höhe schnellen, und es werden – Stand heute – viele Tränen fließen.
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Es wird eng an den Unis
Posted by Professor Recherche
Im nächsten Jahr wird es ziemlich eng an deutschen Unis. Durch die verkürzte Schulzeit wird die Zahl der Erstsemstler nicht nur vorübergehend steigen, sondern viele Jahre lang hoch bleiben. Dank des Turbo- Abiturs wird der Kampf um die Studienplätze noch härter, und nicht jeder wird das Fach seiner Wahl studieren können. Vielen Abiturienten bleibt meist nur noch die Möglichkeit, in einem anderen Bundesland zu studieren oder sich für ein weniger beliebtes Studienfach einzuschreiben.
In Bayern und Niedersachsen werden nächstes Jahr die ersten doppelten Abiturjahrgänge entlassen, 2012 folgen Berlin, Brandenburg, Baden- Württemberg und Bremen, 2013 Hessen und das bevölkerungsstarke Nordrhein-Westfalen und erst 2016 Schleswig- Holstein.
Die Bundesländer haben sich zwar vorgenommen, zwischen 2011 und 2015 rund 275.ooo neue Plätze für Studienanfänger zu schaffen. Jedoch wird das wohl nicht ausreichen. Zudem wird mit großer Sicherheit, in den zulassungsbeschränkten Fächern der NC ansteigen, wodurch der Kampf um einen Studienplatz in den beliebten Studienfächern noch härter wird. Bund und Länder wollen die Hochschulen auf den großen Ansturm der Studienanfänger fit machen und Geld bereitstellen. Jedoch kämpfen die Hochschulen mit Planungsschwierigkeiten, einige betrachten den Ansturm sogar als vorrübergehendes Phänomen, welches sich aussitzen lässt. Schändlich!
Schon (mal) gelesen?
Posted by Professor Recherche
Dass Plagiat im Netz (Copy+Paste) fast zum guten Ton gehört, ist kein großes Geheimnis mehr. Das Ausmaß des Diebstahls fremder Gedanken ist bedenklich und dürfte angesichts der Anonymität und Komplexität des Internets nur schwierig einzudämmen sein. Doch nun schlägt man auch an anderer Stelle Alarm: an den Unis nämlich, jedoch nicht – was in diesem Zusammenhang eigentlich zu erwarten wäre – mit Blick auf die Studenten.
Oh nein! Nun stehen die Profs und Doktoren selbst am Pranger, so geschehen in einem neuen Buch mit dem Titel “Das Wissensplagiat”, mit dem Autor Volker Rieble seinen Kolleginnen und Kollegen teils namentlich auf die Pelle rückt. Als Student müsste man sich an dieser Stelle das Lachen wohl mit Mühe verkneifen, doch dafür ist das Thema fast schon zu traurig.
Beispiel gefällig? Hier ein Auszug aus dem aktuellen SPIEGEL-online-Interview mit “Nestbeschmutzer” Rieble: “Wissenschaftler tragen ihr Wahrheitsstreben gern wie eine Monstranz vor sich her. (…) Meine Fallbeispiele in Serie beweisen: Es handelt sich nicht um unglückliche Ausrutscher in Einzelfällen, sondern um gewohnheitsmäßigen Zugriff auf fremde Lorbeeren. (…) Dieser Missbrauch wird bei Studenten bestraft. Er darf bei Professoren mit Vorbildfunktion kein Kavaliersdelikt bleiben.”
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Geht’s noch?
Posted by Professor Recherche
Dass Politik kompliziert ist, langatmig und zuweilen ungelenk, haben wir ja verstanden und (allzu) stillschweigend akzeptiert. Aber was sich im Moment in Berlin und den Ländern abspielt, ist dann doch eine Nummer zu hart. Ach was: zwei Nummern! Da heißt es seit Jahren, Deutschland müsse und wolle mehr in Bildung investieren, immerhin zehn Prozent des BIP sind jährlich anvisiert. – Ein ehrgeiziges, ein ambitioniertes, ein sinnvolles und genau aus diesen Gründen wahrscheinlich ein zum Scheitern verurteiltes Vorhaben.
Immerhin drei Bildungsgipfel haben Bund und Länder nun bereits verschlissen, um bei exakt KEINER Lösung anzukommen. Respekt, möchte man unseren Politikern ironisch zurufen. Ihr macht das schon! Aber für Ironie ist es leider fast ein wenig spät, denn im Kompetenz- und Geldgefeilsche um die Verbesserung der Bildungsbedingungen in Deutschland tun sich scheinbar unüberwindliche Gräben auf. Die öffentlichen Kassen sind leerer denn je, und zerstritten sind Regierung und Opposition sowieso (soweit nichts Neues). Dass es derzeit aber auch in der Regierung selbst zugeht wie im Zoo, lässt nichts Gutes erahnen – weder für Deutschland, noch für die Bildung.
Jura und ich, wir haben uns auseinander gelebt
Posted by Professor Recherche
Jeder fünfte Student schmeißt sein Studium hin. Bei knapp einem Drittel sind nicht bestandene Prüfungen und zu hohe Anforderungen der Hauptgrund für den Studienabbruch. Weitere Gründe sind Geldsorgen und die Unzufriedenheit über die Studienbedingungen, welche die Studenten schnell verzweifeln lässt. Oftmals bietet das Studium keine Orientierung und die Professoren vermitteln nicht richtig, dass das erlernte für den späteren Beruf wichtig ist. Für viele ist das Studium eine Irrfahrt ohne Ziel. Ziele die man sich zu beginn des Studiums gesetzt hat schwinden und neue sind nicht in Sicht. Und das Gefühl nicht anzukommen, lässt die Studenten verzweifeln.
Rund 21% der Studenten verlassen die Uni ohne einen Abschluss. Die jüngste Studie zeigt auch, dass die Einführung der Master-& Studiengängen für einige Studienfächer nachteile gebracht haben. Zum Beispiel profitieren die Geisteswissenschaften von dem neuen System, da es eine neue Struktur und ein Ende des Einzelkämpfertums gebracht hat. Jedoch ist die Abbrecherquote, bei den Ingenieur- & den Naturwissenschaftlern deutlich angestiegen, seit Einführung der neuen Bachelor-& Masterstudiengänge.
Viele Unistädte haben auf die stetig steigende Zahl der Studienabbrecher reagiert. Wie etwa die Uni- Stadt Münster, die spezielle Abbrecherseminare anbietet. Wenn die Studenten an der Uni fremdeln oder eine neue Perspektive brauchen können sie solch einen Kurs besuchen. Oftmals haben die Studenten sich für ihr Studienfach aus diffusen Interesse am Fach oder aus Vernuft dazu entschieden. Was aber nicht immer der persönliche Neigung entspricht und der Grund ist, warum die Motivation schon meist nach dem ersten Semester nachlässt.
Krieg der Kollegen
Posted by Professor Recherche
Um den Kollegen den Büroalltag zur Hölle zu machen, reichen oftmals kleine Sticheleien. Dabei muss man aber zwischen Kritik und Mobbing unterscheiden, denn die Kritik bezieht sich auf des Verhalten und nicht auf die Person. Oftmals suchen die Opfer die Schuld bei sich selbst. Zudem ist Mobbing schwer nachzuweisen, da die Mobber oft zuschlagen ohne Spuren zu hinterlassen.
Es gibt zwei Formen des Mobbing, dass offensichtliche und die versteckte Art des Mobben. Wenn der Mitarbeiter von den anderen Kollegen angebrüllt wird, so das es alle sehen und hören können, ist es offensichtlich. Dabei muss sich das Opfer mit den Tätern quälen und nicht mit dem Nachweis, dass es gemobbt wird. In solchen Fällen kann jeder eingreifen um dies zu unterbinden, sofern man das will.
In Höheren Etagen der Hierarchie, da wo die Menschen mit dem Kopf und nicht mit den Händen arbeiten, ist eher eine subtilere Form des Psychoterros vertreten. Hier findet kein offener Kampf mehr statt. Dort zeigt sich das Mobbing in Form von Informationsverweigerung bis hin zu Angriffen auf das Ansehen und die Leistungsfähigkeit. Für Angegriffene ist es schwer nachzuweisen, dass die Kritik an der Arbeit eigentlich an ihn als Person gezielt ist. Oder wenn sich die Mitarbeiter gern unter einander aufziehen, ist es schwer zu bestimmen, wo der Spaß aufhört und das Mobbing anfängt. Da die Grenzen fließend sind, können die Angreifer die Grenzen leicht und ohne Risiko überschreiten.
Der Sparhammer hat Lübecks Uni im Visier
Posted by Professor Recherche
Bildung, Bildung und nochmals Bildung schreiben sich die führenden Parteien in Deutschland seit gefühlten Jahrhunderten auf die Fahne, doch bei der Umsetzung hapert es nicht minder lange. Dass nun – im Zuge der nahezu flächendeckenden kommunalen Finanznot – nicht nur der Ausbau des universitären Bildungsangebots ausfallen, sondern sogar dessen Rückbau drohen könnte, stimmt dann doch gewaltig nachdenklich.
Konkret treffen soll es nun laut einem Artikel auf SPIEGEL.online die medizinische Fakultät der Universität Lübeck. Klar, Schleswig-Holstein ist extrem verschuldet und muss sparen. Dennoch muss die Frage lauten: Welche Investition kann in einer alternden Gesellschaft wie der deutschen, die auf wissensbasierten Vorsprung in hohem Maße angewiesen ist, überhaupt noch zukunfts-förderlich sein, wenn nicht die in Lehre und Forschung? Oder anders gefragt: Ist es nicht so, dass ein Land, das aus Finanznot heute am Bildungsangebot spart, schon morgen überhaupt keine Überlebenschance mehr haben wird?
Ein Teil der Lösung in Lübeck soll es nun sein, die medizinische Bildung in die Hand finanzkräftiger Investoren zu legen. Glückwunsch!!!, möchte man rufen, doch der Gedanke an das strukturelle und personelle Chaos, das derartige Ausgliederungen in den letzten Jahren – gerade auch in der Medizin – hinterlassen haben, lässt jeglichen Frohsinn vermissen. Fragen wir doch einfach mal nach bei der Krankenschwester, deren ehemals städtisches Krankenhaus sich nun in der Hand privater Investoren befindet. Sie wird vor Müdigkeit leider nicht antworten können.
Kurzum: Es ist leider so, Deutschland ist zu weiten Teilen völlig pleite, was auf kommunaler Ebene nun womöglich die nächste Spar-Runde auslöst wird. An Bädern, Hallen, Museen etc. lassen sich die Kosten jedenfalls kaum noch eindämmen. Diese wurde ja bereits in der ersten Runde geschlossen. Armes Deutschland!
Karriereziel Wurstbude
Posted by Professor Recherche
Ja verdammt, warum denn eigentlich nicht?, fragt man sich fast zwangsläufig als aufmerksamer Leser des Artikels “Kann das Glück eine Worschtbude sein?” von Autor Tobias Schormann, unlängst erschienen auf SPIEGEL.online. Geschildert wird hier der nicht ganz alltägliche Gegenentwurf eines selbstständigen Imbissbetreibers zu seinem früheren Leben als Investmentbanker im Herzen von Frankfurt am Main.
Geographisch hat sich dabei im Berufsleben von Thomas Brauße kaum etwas geändert, schließlich befindet sich der Imbiss ebenfalls inmitten des Frankfurter Finanz-Districts, doch sein Blickwinkel ist knapp anderthalb Jahre nach dem krisenbedingten Jobverlust als Banker ein ganz anderer. “Ich bin zufriedener als früher”, wird er im Artikel zitiert, “weil ich mich mehr mit meinem Job identifizieren kann.”
Rumms, das sitzt, denn Brauße war nach gut zwölf Jahren in der Finanzbranche mit sechsstelligem Jahreseinkommen alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Ein Karrierist eben, von dem man annehmen möchte, dass er sich in Anzug und Lackschuh im Grunde am Ziel gewähnt haben sollte. Dass es nicht nur anders geht, sondern offenbar auch besser, ist angesichts des sozialen und womöglich finanziellen Abstiegs zum Wurstbräter zunächst nicht einleuchtend.
Hält man sich jedoch die Entwicklung der letzten Jahre an den globalen Finanzmärkten vor Augen, die nach dem immensen Crash 2008 nun – im Zuge der Euro-Krise – sogar ganze Staaten in den Abgrund treiben könnte (Stand: 9. Mai 2010), nimmt Braußes real gewordene Sehnsucht nach ehrlicher Arbeit mehr als nur Kontur an. Recht hat er!
Beschlossene Sache: Bafög wird erhöht
Posted by Professor Recherche
Jetzt ist es offiziell: Die Bundesregierung wird den Bafög-Satz für den kommenden Herbst erhöhen. Ab dem Wintersemester 2010/11 wird der Bafög-Satz um zwei Prozent und der Einkommensfreibetrag um drei Prozent erhöht. Damit liegt der Höchstbetrag bei 670€ (die letzte Bafög- Erhöhung wurde 2007 beschlossen und 2008 wirksam). Dies ist aber nicht die einzige Änderung, die den Studentinnen und Studenten zugute kommt.
Zudem hat die Bundesregierung beschlossen, die Altersgrenze flexibler zu gestalten. Für Bachelor- Absolventen, die erst einmal Berufserfahrung sammeln wollen und erst im Anschluss ein Masterstudium beginnen wollen, wurde ein zweite Altersgrenze von 35 Jahren eingeführt.
Außerdem wird ein nationales Stipendienprogramm eingeführt. Die Hochschulen sollen Stipendien in Höhe von 300€ monatlich vergeben können, welche zur Hälfte aus privaten und öffentlichen Mitteln aufgebracht werden sollen (der öffentliche Anteil von 150€ jeweils zur Hälfte vom Bund und den Ländern). Jedoch ist gerade dieses Stipendienprogramm in die Kritik geraten. Laut Handelsblatt lehnt die Wirtschaft jedwede finanzielle Zusage ab.
Deutschland sucht den bildungsfernen Stipendiaten
Posted by Professor Recherche
Vielen “Chancenlosen” galten Stipendien bislang als pseudo-elitäres Gedöns. Doch von nun an weht bei der Studienstiftung des deutschen Volkes, dem mit Abstand größten Förderer des Landes, ein frischer Wind. Und zwar so stark, dass in Zukunft vermehrt auch Studentinnen und Studenten aus vermeintlich bildungsfernem Milieu den Sprung aufs Podium schaffen sollen.
In einem beinharten Testverfahren, zu dem sich die Interessenten selbst anmelden können, wird zunächst sondiert, wer das Zeug zum Stipendiaten hat. Hierbei geht es weniger um schieres Wissen als um die Fähigkeit, deutlich überdurchschnittliches Kombinationsvermögen, räumliches Denken und Erinnerungsvermögen unter Beweis zu stellen.
Wer die Fragen im Stile eines klassischen IQ-Tests mit Bravour meistert, hat die erste Hürde bereits genommen. Zu schade nur, dass es in den Schlussrunden eben doch wieder auf Eloquenz, Esprit und ein routiniert-sicheres Auftreten ankommt. Man darf also gespannt sein, wie sich Anstreichers Tochter gegen Bankers Sohn schlägt.














