Bafög-Erhöhung: Das Warten hat kein Ende
Posted by Professor Recherche
Neues zum Bafög: Zwar schien die Erhöhung der Ausbildungsförderung um rund zwei Prozent bereits in trockenen Tüchern, doch der Bundesrat stoppte kurz vor der parlamentarischen Sommerpause einen Bundestagsbeschluss, der den Studentinnen und Studenten hierzulande schon zum 01. Oktober 2010 mehr Geld gewähren sollte. “Am Ende geht es um 13 Euro pro Monat”, schreibt ZEITonline in einem Artikel über die anstehende Hängepartie, ein geradezu niedlicher Betrag im Vergleich zu all dem, was derzeit sonst so gewupppt werden muss.
Freilich belaufen sich die jährlichen Mehrkosten für Bund und Länder dann doch auf insgesamt 114 bis 170 Millionen Euro. Aber was – bitteschön – ist das für ein Betrag im Vergleich zu den rund 40 Milliarden Euro, die nun noch einmal als erhöhter Garantierahmen für die 2009 verstaatlichte Pleitebank Hypo Real Estate (HRE) fällig sind? Zusätzlich zu jenen 102 Milliarden (!), die als Bürgschaft bereits nötig waren, um das im Zuge der Immobilienkrise in den Abgrund geratene Finanzinstitut am Leben zu halten.
Nein, man darf als Student derzeit wahrlich nicht den Eindruck haben, landes- und bundespolitisch besonders gefragt zu sein. Die Politik ist zwar stets bemüht, das Gegenteil zu behaupten. Aber glauben kann man es einfach nicht, wenn man die kursierenden Zahlen miteinander vergleicht. Analog dazu warf vor einigen Monaten ein Journalist die Frage auf, was im seit der Finanzkrise üblichen Verteilen von Milliardenbeträgen eigentlich aus der guten, alten Million geworden sei. Nun kennen wir die Antwort: Man muss sich lediglich mit der Bildungspolitik auseinandersetzen, um die Zahl mit den sechs Nullen wiederzufinden. Paradoxerweise tut sich die Politik hier ungleich schwerer, Beschlüsse durchzuboxen als bei der Zahl mit den neun Nullen.
Bachelor hin, Master im Sinn
Posted by Professor Recherche
Es gibt mal wieder ordentlich Negatives zu berichten aus der deutschen Bildungslandschaft. Tatort ist diesmal Köln, aber die Geschichte könnte – und wird – sich so zuletzt auch in anderen Uni-Hochburgen des Landes zugetragen haben. Doch was ist geschehen? Man nehme einen ambitionierten BWL-Studenten, der sich in der Domstadt zügig und erfolgreich durch seinen Bachelor-Studiengang kämpft. Endnote 2,0! Chapeau, das schafft nicht jeder. Genau genommen schnitten lediglich 20 Prozent seiner Kommilitonen gleich gut oder besser ab. Zu Recht wähnte sich besagter Student nach dem Abschluss auf der Siegerstraße und entschloss sich, den Stress der letzten Monate im wohlverdienten Inselurlaub hinter sich zu lassen, um frisch gestärkt den nächsten Karrieresprung, das Master-Studium, anzugehen. – Natürlich in Köln, natürlich ohne Wartezeit und natürlich ohne irgendwelche Komplikationen.
Dann kam alles ganz anders. Noch im Urlaub ereilte ihn die Nachricht, dass für ihn in Köln kein Platz mehr sei. Die universitären Gremien fixierten die Grenze für die Zulassung bei einem Notendurchschnitt von 1,9, wodurch sich unser Student mit einem Schlag auf der Seite der Verlierer wiederfand. Im Grunde also auf der Seite all derer, die ihr Bachelor-Studium mit weit weniger Aufwand und guten Noten absolviert haben. Nun muss sich unser Student schnellstmöglich einen neuen Studienplatz in einer anderen Stadt suchen, hat Stress, jede Menge Unsicherheit und möglicherweise finanzielle Sorgen.
Liebe Bildungs-Schwadroneure in den Parlamenten auf Länder- und Bundesebene, soll das gerecht sein? Können sich in Deutschland auf einmal noch nicht einmal mehr gute Studenten auf das Wesentliche konzentrieren, ohne von Euren undurchdachten Reformplanungen finanziell und/oder logistisch heimgesucht zu werden? Lösungen müssen her, gerecht und schnell. Andernfalls könnte es sein, dass demnächst nur noch ein Notendurchschnitt von knapp über 1,0 ausreicht, um sicher mit dabei zu sein. Warum, fragt Ihr? Hier ist die Antwort: Ab 2011 greift in den ersten Bundesländern das G8-Abitur, sodass mit einem Schlag gleich zwei Jahrgänge an die Unis drängen. Die Zahl der Master-Bewerber wird somit deutlich in die Höhe schnellen, und es werden – Stand heute – viele Tränen fließen.
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