News aus der Studenten- & Uniwelt

Infos rund ums Studium

Der Berg kommt zum Propheten

Posted by Professor Recherche

Mitten hinein in die mal wieder erschreckend kontroverse Diskussion zum Thema Integration senden die Universitäten ein positives Signal. Islamische Religionsgelehrte erhalten nun in Deutschland die Möglichkeit, sich universitär ausbilden zu lassen. Neben den staatlich bezuschussten Akademien in Münster, Tübingen und Osnabrück eröffnen mit Marburg, Gießen und Frankfurt/Main drei hessische Vertreter angehenden Imamen Tür und Tor. Ausgerechnet Hessen, möchte man sagen, wo Ex-Landesvater Roland Koch über mehr als eine Dekade hinweg im Grunde keinen Hehl aus seiner Fremdenskepsis, um es einmal positiv auszudrücken, gemacht hat.

Der bildungspolitische Handlungsdruck muss zuletzt gewaltig gewesen sein, nicht zuletzt Bundespräsident Christian Wulff mahnte unlängst in seiner (großen?) Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit zu mehr Offenheit gegenüber der islamischen Kultur. Lange, zu lange hat es gedauert, bis sich auch in konservativeren Kreisen die Unabkehrbarkeit Deutschlands als Zuwanderungsnation rumgesprochen hat. Nun ist es raus, auch öffentlich, und die verfehlte Integrationspolitik der letzten drei Jahrzehnte kann allmählich begradigt werden. Es gilt fortan, das Verhältnis der Kulturen zumindest zu normalisieren, mehr scheint angesichts der beiderseits bestehenden Vorbehalte vorerst nicht möglich. Horst Seehofer lässt grüßen!

Die Entscheidung für islamische Bildungsangebote an deutschen Universitäten könnte jedenfalls zu einem Wendepunkt werden. Es ist die realistische Chance, der religiösen Wortführerschaft der rund 2.000 in Deutschland predigenden Imame allmählich die Distanz zu nehmen. Die Universitäten haben mit ihren neuen Angeboten eine erfreuliche Vorleistung erbracht. Nun ist es an der Gegenseite, dies durch rege Teilnahme und die damit verbundene Bereitsschaft zum Erlernen der deutschen Sprache zu honorieren. Andernfalls hielten politische Dampfplauderer immer ein willkommenes Argument in Händen, um es beim Wählerfang mit der rechten Keule zu probieren. Damit wäre wahrlich niemandem geholfen.

Einen interessanten Artikel zum Thema und Weiterführendes gibt’s – wie so oft – auf SpiegelOnline. Hier der Link…

————————-

Die Lederscheune

Stellen seit fast 20 Jahren Lederwaren in Handarbeit her