News aus der Studenten- & Uniwelt

Infos rund ums Studium

Effiziente Initiative oder Leuchtturm in der unterfinanzierten Wüste?

Posted by Professor Recherche

Die Debatte um Bundesbildungsministerin Schavans Bundesuniversitäten hält an. Die Exzellenzinitiative an deutschen Hochschulen war von Beginn an umstritten. Momentan läuft die dritte und letzte Auswahlrunde für deutsche Unis, die sich um das Geld im Exzellenztopf streiten durften. Im Mittelpunkt der Vorwürfe stand meist, dass es dem teilweise desolaten Finanzierungszustand der deutschen Bildung nur wenig helfe, wenn einzelne elitäre Unis hervorgehoben würden.

Mit den Eliten hat man in Deutschland – anders als beispielsweise in Großbritannien oder den USA – ein Problem, was natürlich historischen Umständen geschuldet ist. Elite-Unis à la Harvard, Yale oder Camebridge, die am Ende vor allem finanziell abgesicherten Studenten das nötige Prestige garantierten, sind bei der Mehrheit der Deutschen zu Recht unerwünscht.

Mit der Exzellenzinitiative hat man in den letzten Jahren doch einen Vorstoß gewagt. Bis 2017 werden die ausgewählten Universitäten – darunter beispielsweise die Uni Karlsruhe, die RWTH Aachen oder die TU München – in besonderem Maße finanziell gefördert. Doch was geschieht danach? Eine mögliche Perspektive aus Sicht der Bildungsministerin Schavan ist die “Bundesuniversität”. So soll der Bund einzelne Universitätsstandorte in Deutschland in besonderem Maße finanziell mitfördern.

Dies – so Schavans erste Befürchtung – entbinde jedoch nicht die Länder von ihrer Verantwortung für die Finanzierung der Universitäten. Kritiker wie Ernst-Dieter Rossmann von der SPD halten Schavans Plan für ausgegoren und unseriös. Deutlich sinnvoller wäre der Ansicht der Kritiker nach, eine sinnvolle Grundfinanzierung für alle Unis, an denen sich der Bund beteiligt.

Lehrreicher Berufseinstieg oder schlecht bezahlter Vollzeitjob?

Posted by Professor Recherche

Was muss man sich bieten lassen? Praktika sind oftmals ein zweischneidiges Schwert. Einerseits sind sie für Studentinnen und Studenten sehr nützlich, um erste Einblicke in den späteren Berufsalltag zu sammeln, Kontakte zu knüpfen und Referenzen zu sammeln, auf der anderen Seite will aber auch der Betrieb selbst von seinen Praktikanten profitieren. In manchen Firmen nimmt dieses Vorhaben allerdings Überhand und auf einmal arbeiten in einem Büro mehr Praktikanten als angestellte Mitarbeiter, erledigen aber dieselben Jobs – ohne eine Chance auf eine Festanstellung zu bekommen.

Was man sich als Student beim Praktikum bieten lassen muss, ist eine schwierige Frage, denn natürlich versucht man einen guten Eindruck zu hinterlassen, um sich mit dem Praktikum eine spätere Berufsperspektive zu eröffnen. Viele Studierende lassen sich deshalb mehr gefallen als sein muss. Ein Praktikum, bei dem man nur Kaffee kocht und die anderen Mitarbeiter bedienen soll, ist genauso ungeeignet wie ein Praktikum, bei dem man eine fest angestellte und weitaus besser bezahlte Kraft ersetzen, Überstunden schieben muss und mit den gestellten Aufgaben permanent überfordert ist.

Schützen kann man sich gegen Ausbeutung am Praktikumsplatz, indem man sich im Vorhinein bei höheren Semestern über die Bedingungen bei ihren Praktikumsstellen informiert. Auch im Nachhinein kann man sich an das Career Center der Uni melden und zumindest andere Studis vor der Firma warnen. Vor Praktika nach dem Hochschulabschluss rät die Praktikanteninitiative fairwork sogar ab. Gerade wenn man einen Studienabschluss in der Tasche hat, und keine andere Möglichkeit sieht, einen Job zu finden als durch ein Praktikum, sollte man zumindest auf eine angemessene Bezahlung bestehen. Alles rund um die Ausbeutung am Praktikumsplatz und was man dagegen tun kann, findet ihr auf www.zeit.de.

Sinnvolle Investition oder Elite-Lotterie?

Posted by Professor Recherche

Bildungsministerin Annette Schavans Deutschlandstipendium findet beileibe nicht nur Befürworter. – Natürlich, möchte man sagen, aber ist die Kritik auch berechtigt?

In den USA bezahlen Studenten für ihr Studium oftmals horrende Summen – vor allem dann, wenn sie an einer renommierten Universität studieren wollen. Dafür bekommen dort begabte Studenten, denen es an Geld mangelt, auch viel eher ein Stipendium als in Deutschland. Hier gibt es neben der Studienstiftung des deutschen Volkes einige kleine, vor allem politisch, kirchlich und sozial geprägte Stiftungen, die sich ihre Studenten unter verschiedenen Kriterien herauspicken.

Dabei ist nicht nur die Leistung ausschlaggebend, sondern meist auch die politische Gesinnung, die Konfession und das soziale Engagement des Bewerbers. Insgesamt ist die Zahl derjenigen Studenten, die Stipendien erhalten, jedoch gering. Ein Großteil der Studis finanziert das Studium durch die Unterstützung der Eltern, Nebenjobs und Bafög. Das hat gegenüber Stipendien den Nachteil, dass es zur Hälfte als Darlehen vergeben wird, das später zurückgezahlt werden muss.

Deutschland wird ja oft vorgeworfen, dass es Angst vor Eliten hätte. Bildungsministerin Annette Schavan hat mit dem Deutschland-Stipendium nun einen Vorstoß gewagt. Ab dem kommenden Semester sollen besonders begabte Studenten 300 Euro im Monat erhalten – vom Bund und von der Wirtschaft. Was zunächst nach einem interessanten Anreiz für Engagement im Studium klang, hat inzwischen jedoch Fragen und Kritik aufgeworfen. Schließlich gab es innerhalb der Bafög-Regelung bereits einen Lohn für leistungsstarke Absolventen. Bis zu 25 % der Rückzahlung wurden dem besten Drittel des Absolventen-Jahrgangs an Bafög erlassen.

Doch diese Regelung soll nun 2012 abgeschafft werden – zu Gunsten des Deutschland-Stipendiums, das nach SPD-Bildungspolitiker Klaus Hagemann als Lotterie für ein Elite-Stipendium anzusehen sei. Eine Befürchtung der Kritiker ist, dass beim Deutschland-Stipendium wirtschaftsnahe Studiengänge bevorzugt würden, schließlich bezahlt die Wirtschaft die Stipendien mit. So ginge ein Drittel der Stipendien an Ingenieure, während Kultur- und Geisteswissenschaftler deutlich weniger berücksichtigt wurden. Was für und was gegen das Deutschland-Stipendium spricht, und was sich im deutschen Stipendiensystem tun muss, könnt ihr hier nochmal genauer nachlesen. Denn zuverlässig wie immer hat der Spiegel auch dazu eine Meinung.