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Praktikanten-Ausbeutung: Ändert sich jetzt endlich was

Posted by Professor Recherche

Für die meisten Studenten ist es leider Normalität: Praktika sind unterbezahlt, manchmal auch gar nicht bezahlt, arbeiten soll man aber meistens wie eine normal bezahlte Kraft. In ganz besonders dreisten Fällen sind Überstunden angesagt, Kaffeekochen gehört in das Arbeitsfeld und das eigene Auto darf man auch noch mit zur Praktikumsstelle bringen…

Und doch bleibt den Studis kaum eine Wahl, denn ohne Praktikum keine Berufsaussichten und wer ein Praktikum wegen schlechter Bedingungen ablehnt, weiß, dass hinter ihm jede Menge Nachfolger stehen, die das Praktikum auch zu schlechten Bedingungen trotzdem machen werden.

Verbesserte Bedingungen lassen sich also nicht von selbst regulieren und so wäre es Aufgabe von oben, die Ausbeutung der Praktikanten zu stoppen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat nun einen Praktikanten-Ratgeber herausgegeben, der Abhilfe schaffen soll. Unter http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,782628,00.html kann man nachlesen, warum die Praktikanten nichts bekommen und wie sich das ändern ließe. Auf rund 60 Seiten findet man rechtliche Hinweise und Vertragsvorlagen, Erklärungen zu Urlaubsansprüchen, Versicherungen und Bezahlung, aber eben nur Hinweise. Die Effektivität der Broschüre ist fragwürdig, da sie im Grunde nur erneut all jene Regelungen aufführt, die ohnehin schon immer Bestand hatten. Weitergehende Maßnahmen, dass sich die Arbeitgeber auch einmal an diese Regelungen halten, gibt es damit immer noch nicht.

Bild: pixelio.de © bbroianigo

Gibt es eigentlich ein Problem?

Posted by Professor Recherche

Zuweilen wird ja behauptet, das deutsche Bildungssystem könne mit einem Blick über den Tellerrand hinaus drastisch an Attraktivität gewinnen. Es fehlte bislang lediglich die konkrete Blickrichtung, doch – England sei Dank – wissen wir seit einigen Tagen mehr. Die durch Wirtschaftskrise und WM-Sommer ohnehin traumatisierte Bildungselite des Landes verliert derzeit angesichts wohl drastisch steigender Studiengebühren endgültig die Fassung. Wütende Proteste und fliegende Steine machten unlängst noch nicht einmal mehr vor dem königlichen Fuhrpark Halt. Prinz Charles und Camilla höchstselbst traf es, als sie, gerade auf dem Weg ins Theater, einer Horde aufgebrachter Demonstranten in die Quere kamen. Das Gute vorweg: Die Insassen blieben unversehrt. Nur der Wagen ist hin, wobei sich das geschundene Stück Blech, auch dank seiner medialen Präsenz, zum alles überstrahlenden Symbol der Protestbewegung entwickeln dürfte.

Nun ist Gewalt bekanntlich keine Lösung, doch Gründe für studentische Gegenwehr gibt es auf der Insel reichlich. Beträchtlich mehr jedenfalls als in Deutschland, möchte man meinen, wo sich die Bildungsdebatte vor wenigen Jahren bereits an der Einführung von rund 1.000 Euro Studiengebühr pro Jahr entzündete. Um ungefähr denselben Betrag geht es nun auch in England, jedoch pro Monat, was für Eltern und Studierende eine gewaltige Mehrbelastung bedeuten würde. Noch ist nichts beschlossen, doch die Sache ist politisch längst auf den Weg gebracht, maximal 10.700 Euro pro Jahr und Student stehen an. Aus deutscher Sicht ergibt sich hieraus fast schon die moralische Verpflichtung, den Ball in Zukunft deutlich flacher zu halten. Angesichts dessen, was – ganz offensichtlich – in anderen Nationen möglich ist, geht es uns doch noch ganz gut. Oder?

Ein entsprechender Artikel ist am 09. Dezember 2010 auf ZEIT-online erschienen, hier ist der Link…

Absolventen-Poker

Posted by Professor Recherche

Am guten, alten Thema Finanzen kommt man als Student einfach nicht vorbei. Langweilig zwar, aber letztlich doch zu wichtig, um in diesem Blog nicht dauerhaft präsent zu sein. Wie wäre es also gleich mal mit einer fetten Gehaltserhöhung? Diese in Krisenzeiten geradezu absurd anmutende Frage beantwortet Gehalts-Coach Martin Wehrle im SPIEGEL-ONLINE-Interview mit Verweis auf die Chance des “antizyklischen Verhandelns”. Soll heißen: Wenn dem werten Kollegium – erst recht den Frauen – mal wieder der Mumm fehlt, steigen die Chancen karrierebewusster “Marktschreier” beträchtlich. Einfach mal ausprobieren.

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