Haben jetzt sogar schon die Soft Skills ausgedient?
Posted by Professor Recherche
Früher bekam man in seiner Ausbildung – vor allem in der Schule – bloßes Fachwissen mit auf den Weg. Es ging um den Inhalt, um Wissensanhäufung, oftmals auch um das Auswendiglernen. Je mehr Wissen man abrufen konnte, runterrattern konnte, desto besser. Die Diskussionen an den Universitäten waren stets fachlich grundiert und schwebten nicht im luftleeren Raum.
Heutzutage geht es weniger um Wissen als um Kompetenzen. „Sie müssen Ihre Soft Skills ausbauen“, hörten Absolventen von Weiterbildungen, Bewerber im Bewerbungstraining und auch schon die Schüler in der Oberstufe. Soft Skills, das sind zusätzliche Kompetenzen, die weniger auf den Inhalt als auf die Form zielen. Es geht darum, wie man arbeitet, wie man sich und seine Ideen präsentiert, es geht um Teamfähigkeit, Führungsqualitäten, Kommunikation, um die Kenntnisse im Umgang mit Computer und Fremdsprachen. Zeitweilig schien es schon so stark in den Vordergrund gerückt zu sein, wie man sich selbst verkaufen konnte, dass die Realität, die dahinter steckte, geradezu in den Hintergrund rückte.

Inzwischen können viele Personalchefs das Pochen auf die Soft Skills nicht mehr hören. Der perfekte Bewerber mit dem perfekten Lebenslauf, der sich durch sein ausgeprägtes Einfühlungsvermögen in allen Situationen richtig verhält. Inzwischen interessiert man sich für die Lebenserfahrung und dazu gehört, dass man im Leben auch schon mal gescheitert ist. Mal sehen, wie die Uniabsolventen das Gescheitert und wieder Aufgestanden sein – denn Letzteres gehört natürlich auch dazu – bald in ihren Lebensläufen inszenieren werden…
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