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Wir kriegen Euch alle! Uni Heidelberg prüft Plagiatsvorwürfe gegen Silvana Koch-Mehrin trotz Rücktritt

Posted by Professor Recherche

Kalkül auch im Niedergang. So in etwa dürfte Koch-Mehrin sich ihren Abgang von der politischen Bühne vorgestellt haben: Bevor der Wirbel um die Plagiatsvorwürfe gegen mich und meine Dissertation zu groß zu werden droht (die arme Familie), lege ich meine politischen Ämter nieder und hoffte darauf, dass die Vorwürfe möglichst bald im Sande verlaufen. Das zumindest dürfte ihr ganz persönlicher Rückschluss aus der Causa zu Guttenberg gewesen sein. Schadensbegrenzung um jeden Preis, Demut vor dem Amt zeigen, fertig! Doch da hat die ohnehin nicht für ihren Fleiß bekannt gewordene Koch-Mehrin (heute nicht, morgen nicht, und übermorgen auch nicht) ihre Rechnung ohne die begründete Hartnäckigkeit der Uni Heidelberg gemacht. Für selbige ist die Niederlegung aller Ämter nämlich kein Grund, mit der Prüfung der Vorwürfe aufzuhören. Im Gegenteil…

Vielmehr bleibt die wirtschaftshistorische Dissertation, die Silvana Koch-Mehrin 1999 in Heidelberg einreichte und 2001 veröffentlichte, bis auf weiteres im Fokus der Prüfkommission. Nach dem Vorbild zu Guttenbergs kursieren auch schon wieder auf der Internetplattform „VroniPlag Wiki“ Untersuchungen darüber, ob und wo die FDPlerin abgeschrieben haben soll. Auf 56 von 201 Textstellen sollen bereits Plagiate nachgewiesen worden sein. Textstellen von 15 Quelltexten wurden teils wörtlich übernommen und nicht angegeben. Den Artikel zum Nachlesen gibt’s unter www.spiegel.de.

Neben Karl-Theodor zu Guttenberg wurde zuletzt auch Stoiber-Tochter Veronica Saß der Doktortitel aberkannt – auch hier dank der Unterstützung anonymer Helfer im Internet. Es mag sich die Frage stellen, inwiefern es vertretbar ist, dass so viele Leute unter dem Deckmantel der Anonymität im Internet andere denunzieren können. Kritiker der Fehde gegen die betrügerischen Politiker beanstanden, dass in allen anderen Berufssparten ebenfalls zu Unrecht anerkannte Doktoren zu finden seien.

Dennoch sollte geistigem Eigentum ein ebenso hoher Wert wie allem übrigen Eigentum gewährt werden und der Betrug nicht als kleine Schummelei abgetan werden. Für Silvana Koch-Mehrin scheint es momentan jedenfalls keinen stillen Rückzug aus der Plagiatsaffäre geben zu können. Und zur derzeitigen Hochkonjunktur der Überprüfungen von Plagiaten sollten auch alle anderen promovierten Politiker noch einmal einen genauen Blick in ihre Dissertationen werfen und prüfen, ob sie einer Untersuchung standhalten könnten. Bleibt festzuhalten: Der Ehrliche ist eben nicht immer der Dumme!

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